Geschichte

Wie so viele gute Initiativen und Ideen geht auch diese auf einen kleinen Kreis engagierter Bürger zurück. Ende der achtziger Jahre suchte eine Gruppe junger Niedersachsen eine Flagge für eine flagge oldenburgplattdeutsche Mittsommerfeier. Da es keine gab, entwarfen die jungen Leute kurzerhand eine niederdeutsche Fahne. Eine Orientierung an der Flagge des einstigen, von Preußen dominierten  Norddeutschen Bundes wurde ausgeschlossen. Vorbild wurde stattdessen die alte Flagge Oldenburgs. Das Land Oldenburg führte früher eine blaue Flagge mit rotem Kreuz.

Der Sachverständigenausschuss zur niedersächsischen Flaggenfrage war bereits 1947 zu einemNds-Vorschlag ähnlichen Ergebnis gelangt und hatte für Niedersachsen ein gelb bordiertes rote Kreuz auf blauem Tuch vorgeschlagen, mit der Begründung, Niedersachsen sei Nordseeanlieger und habe daher das Recht auf eine nordische Flagge. Leider wurde der Vorschlag nicht aufgenommen, und so hat das stolze Niedersachsen bis heute keine eigene Flagge.

Blau als Symbol für das Wasser, die Flüsse und die See, sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Bald kam auch die Idee auf, Grün als Farbe für das platte Land zu benutzen. Dadurch rückte blau ins Kreuz. Gelb als Farbe von Frühlingsblumen, als Farbe der Rapsfelder, als Farbe des Weizens, als Farbe des Strandes, als Farbe des Lichts war die ideale Verbindung zwischen grün und blau. Mit der Reihenfolge Farbe-Metall-Farbe entspricht die plattdeutsche Flagge übrigens, anders als die Fahne der Bundesrepublik, auch den heraldischen Regeln. 1989 wurde die erste Flagge genäht, und kam bald in Gebrauch, auf Plattdeutschseminaren, auf Konzerten und auf vielen Feiern. Die Frage der Regionalkulturen war zu Beginn der 90er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland jedoch äußerst unpopulär. In den Medien drehte sich alles um die deutsche Einheit.

Doch die Norddeutschen hielten an der Vision einer plattdeutschen Flagge fest. Mit vielen, zum Teil witzigen Aktionen machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam: So repräsentierte die Flagge im Jahr 2000 in Hannover auf der EXPO von unten das niederdeutsche Nordland. Seitdem erfreut sie sich immer größerer Beliebtheit. Die Südlichste, uns bekannte Flagge weht im Deister/Niedersachsen, die Nördlichste befindet sich in Wielendorf bei Flensburg, nicht weit der dänischen Grenze, aber auch in Mecklenburg hat die plattdeutsche Flagge Freunde gefunden!

Der Flaggenname Noordlandflagg wurde damals im Zusammenhang mit der Diskussion um eine mögliche Zusammenlegung der norddeutschen Bundesländer zu einem Nordland gewählt. Die Freunde der plattdeutschen Fahne bringen mit ihrer Flagge zum Ausdruck, dass sie Norddeutschland bereits als eine große Kulturregion wahrnehmen, dass in dieser Region aber Niederdeutsch, die alte Sachsensprache eine bedeutendere Rolle einnehmen muss als heute.

Die plattdeutsche Fahne findet sich mittlerweile auf Buchdeckeln, auf Internetseiten, in Kursbüchern von Volkshochschulen. Sie klebt auf Autos, auf Motorrädern und auf Briefkästen. Auch die vielen Diskussionen auf Internetseiten zeugen von der Bedeutung der plattdeutschen Flagge, selbst da wo sie auf Kritik trifft. So hat ein gewisser „Elbsegler“ der Noordlandflagge eine ganze Seite gewidmet, um das Für und Wider der Flagge zu diskutieren. Der Vollständigkeit halber soll auch erwähnt werden, dass eine Gruppe der Wepsen, einer kleinen finno-ugrischen Ethnie, die auf russischem Staatsgebiet lebt, beinahe zeitgleich eine ähnlich Flagge entwarf, wenn auch mit etwas anderem Farbton und anderen vexillologischen Daten. Die plattdeutsche Fahne ist allerdings älter. Auch gab es Ende der achtziger Jahre noch nicht die Möglichkeiten des Gedankenaustausches von Angehörigen der Minderheitensprachen, wie sie heute über das Internet bestehen. Da es selbst im Falle von Nationalflaggen zu Doppelungen und Ähnlichkeiten kommt stellt eine Verwendung einer ähnlichen Flagge durch ein finno-ugrisches Volk aus plattdeutscher Sicht kein Problem dar. So freuen sich immer mehr Norddeutsche an ihrer plattdeutschen Fahne und bringen damit die Liebe zu ihrer Region, Landschaft und zur plattdeutschen Sprache zum Ausdruck.

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